Montag, 3. Dezember 2012

Wien versa Wimmlingen

Die letzten Wochen war es hier wieder ruhig - hier, in meinem virtuellen Raum des unausgesprochenen, dafür geschriebenen Wortes.

Hier draußen - da im Dunkeln vor meinem Fenster war es keineswegs ruhig. Hier wummert es ab 6.45 Uhr, wenn das Flutlicht den ersten Schein durch meine Scheibe treibt. Wimmlingen macht seinen Namen alle Ehren und bietet Betonmischer, wartet mit Monster-LKWs mit betonmassiven Treppenversatzstücken auf und ... ja und? Und bombastische Baukränen deuten weit außerhalb bereits auf die Wimmelmetropole!
Einer direkt hier - vis à vis. Unser tägliches Leben.

In Wien letzte Woche, auch pulsierendes Leben - nicht so geballte Betonkraft - mehr Jugendstil - dafür auch ein lebendiger Makrokosmos eines Wimmelbuches. Und in diesem Wimmelwien, wo alle immer sagen: "Pass bloß auf Dein Geldbeutel auf" - ja genau da, habe ich mein Geldsackerl wunderbar frei durch die U-Bahn geschleust, am Weihnachtsmarkt spazieren getragen ... und es wurde mir gar nicht versucht, weg zu nehmen.

Zurück in dem schönen schwäbischen Wimmlingen-City, fernab aller Kriminalität musste ich nur in den Tante-Emma-Edeka gehen, um Joghurt zu kaufen - und schon war mein Portemonnaie (mit allem!) aus meiner Tasch entwendet worden. Super - ein Traum vor Weihnachten und der Einkaufszeit. Mann! Ja, gerade der muss mir nun ständig Geld pumpen. Auf diesem Weg schon mal ganz viel Dankeschön - für's Auslösen, für's in den Arm nehmen, für's nicht Aussprechen ob meiner Dummheit, für's ... da sein. Der Fels in meiner Brandung in Wimmlingen-City.

Mein Lebenswert in dieser Woche - eindeutig: Geborgenheit in der Familie. So soll's wohl auch sein in der Vorweihnachtszeit!

Und bei Euch? Habt Ihr ein Lebenswert der Woche? Bestimmt! Freu mich auf Eures!
Bis dahin "Gute Nacht" und "Träumt was Schönes".

Silke 


Donnerstag, 15. November 2012

Appell an alle Autoguerillas in der Grundausbildung

Der neue Job bringt es mit sich, dass ich jetzt nicht mehr über die Bahn blogge, keine regelmäßigen Posts zu zwischenmenschlichen Dramen von Mitreisenden verfassen kann ... Nein, die Zeit ist erstmal vorüber. Schade? 
Na, dafür habe ich jetzt ein anderes Segment im Angebot:
 Der alltägliche Amoklaufversuch von tausenden gestressten Autofahrern! Juhu! Wie göttlich sind Eure durch Kurzschlußhandlungen  auffälligen Park-Ampel-Zeitdruck-Reaktionen.
Täglich bin ich Euer Stein des Anstoßes. Ich nutze das Fahrrad - auch wenn ich durchaus die Kompetenz besitze, ein Kraftfahrzeug zu bewegen - vermitteln mir manche PKW-Nutzer, dass ich in ihrem Wirkungsfeld so rein gar nichts zu suchen hätte. Besonders liebe ich die Variante des Settings: Der Fahrradweg, eine von der Fahrbahn durch farbliche Kennzeichnung abgehobene Fläche, die mitten durch unrechtmäßig geparkte Fahrzeuge führt. Sehr schön! Noch höher im Wirkungsgrad wird das Szenario erhöht, durch die Kombination mit einer Kreuzung inklusive Ampel. Das beste Ergebnis erzielt man aber noch bei der Ergänzung, ansteigende Höhe. 
Und da besitze ich alltäglich auch noch die Dreistigkei,mit meinem Drahtesel mitzumischen. Ebenda, auf der regulären Fahrbahn. Genau da treibe ich mit dem Rad mein Unwesen. Unfassbar!. Da muss man geschnitten, überholt, abgedrängt werden. Dabei erhalte ich oft unmißverständlich das Zeichen für "Federvieh" gezeigt - nicht einfach sachlich natürlich, nein, wild gestikulierend und überalle Maßen rasend (sowohl der Fahrer, als auch sein unkontrolliertes Fahrzeug). 
Nein, da habe ich kein Mitleid. Nach einer Woche kann ich resultieren - Komfort ist anders. Erst schiebe ich mich durch Fahrradwege gesäht mit Glasscherben, dann begegne ich regelmäßig diesen verkannten Amokläufern und schließlich muss ich mir schon früh morgens durch tief in den Straßen wabbernden Suppenwürfelextraktgerüche oder Malzkaffeearomen einen Weg bahnen. Hey Leute - und ich bin nicht allein! Nein, derer sind viele, die inzwischen das Fahrrad nutzen. 
Wir haben nix gegen Euch, wir wollen nur ebenso flott zu unseren Arbeitsplätzen, Schulbänken und Kindergärten.

Montag, 12. November 2012

Ruhe im Sturm

Abend ist es - der Tornado des Tages wirbelt sicher noch, doch ich darf hier, jetzt, im Auge des Wirbels auf meinem wackligen Schreibtischstuhl sitzen. Die Piraten haben den Alltagssturm zum Wochenbeginn unbeschadet überstanden, sich in ihre Kojen gelegt und sind dabei in ihre Träume geschippert. Morgen müssen sie sich wieder hart durch ihren Wochentag kämpfen.

Die Piratentante weilt in Übersee und wird die Reise in die Heimat noch antreten. Der Piratenvater stromert im wilden Osten herum. Gedanklich waren wir tagsüber ab und an bei ihnen.

Nach einer Welle der Haushaltsbewältigung fällt Pflicht und Kraft in der Dunkelheit zugleich von mir - Ruhe, gebraucht, Ruhe, ersehnt, gewollte Stille. Kein Lied heute - gerade noch das ausdauernde Stakato-Klappern der Tastatur und der Klang des gierig arbeitenden Föhns des Laptops.

Morgen wird es wieder rund gehen, wird der Strudel des gesetzmäßigen Wochentages erneut über mich hereinbrechen, mich hoffentlich nicht überrollen. Meinem Deich fehlt manchmal die nötige Geduld, die nötige Ausgeglichenheit, um den Wogen des Alltäglichen entgegen zu stehen.

Gute Nacht, schlaft gut und träumt was Schönes!
Silke