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Freitag, 1. Juli 2016

Wahrscheinlichkeit und die Geburtsstunde unserer aller Laster

Es ist wahrscheinlich, dass weit bevor es PCs, Tablets oder Mobilphones gab, eines Abends Alexei Paschitnow völlig hilflos nach einer Grillparty mit Programmiererfreunden vor seinem Kühlschrank stand und in Verzweiflung ausbrach. Chaos herrschte in seinem Kopf und die so beschwingte Laune des lauen Abends wurde jäh zerstört. "Wohin mit all diesen Resten?", fragte sich der Programmierer sicher und kratzte sich an seiner Schläfe. Er verharrte sicher zehn Minuten in diesem Zustand der innern Trübe und Verwirrtheit - bis ihn beim Sturz einer Bierflasche aus dem 4. Stock des Gerätes eine geniale Idee kam. Der Gedanke daran ließ ihn garantiert auch nicht beim Scherben- und Splitterhaufennaufkehren los. Ab da stand er nun jeden Abend vor seinem Kühlschrank und stapelte und versenkte Döschen, Flaschen, Gläser und Platten darin.
Doch die Kühlschränke wurden immer größer, die Freunde blieben immer öfter aus und der arme Alexei hatte zuwenig Utensilien, die er in dem Kühlgerät unterbringen musste. So fasste er sich ein Herz und programmierte den Anfang aller Laster. So oder so ähnlich musste es sich zugetragen haben. Die Urstunde meines Lieblingsspieles: Kühlschranktetris.

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Im Gegensatz zu dem Programmierer Paschitnow, wurde bisher meine unermüdliche Arbeit, nicht mit Preisen belohnt und trotzdem widme ich mich jeder freien Minute in meinem Haushalt, der Optimierung des Vollstopfens meines Kühlgerähtes. Jeder Winkel wird ausgereizt, jeder noch so kleine Spalt wird aufgefüllt. Fatal, wenn eines der vielen Kühlgetränke (wer so viel auf einmal gekühlt trinkt, hat sicher Magenprobleme) durch den Piratenmann entfernt wird. Es stürzt alles in sich ein, zerschellt auf dem Boden und kann nur noch weggewischt werden. Worst Case: Sambal Oelek auf weißem Plastik und empfindlichen Händen im Scherbenmeer.

Doch ich habe es Dir ja versprochen, lieber Piratenmann, dass ich Dich zu Deiner Verteidigung an dieser Stelle zitieren werde:
 "Ein voller Kühlschrank ist energetisch besser als ein leerer. Das ist deutlich nachhaltiger!" 
Nur zu doof, wenn das Wesentliche keinen Platz mehr findet vor lauter Nachhaltigkeit und immer wieder dem Absturz Preis gegeben wird. Unser Kühlschrank ist nicht nur voll. Er ist voller - am vollsten. Bei 5 Personen gar keine große Kunst, wenn ... ja eben wenn man Kaltgetränke hortet. Jetzt freut sich sicher die Deutschlehrerin des 3. Piratenkindes. Sie sehen, wir üben ganz effektiv Steigerungsformen ... Das nennt man praxisnahes Lernen. Aber das nur so nebenbei!
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Besser kann man Tetris nicht spielen ... ich jedenfalls nicht. Das auf dem Bild ist übrigens der Traum meiner schlaflosen Nächte vor unserem geschundenen Kühlschrank. Und wo spielt Ihr so Tetris, den lieben langen Tag?



Ich freue mich auf Eure Antwort - bis bald

Silke




Donnerstag, 17. März 2016

Mein Tier des Jahres ...

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... steht jetzt schon fest. 


Wir hatten einen milden Winter in Wimmlingen und die Piratenfamilie beherbergte nicht nur kurzzeitig Kaninchen im Carport, sondern auch diese kleinen, grauen Tierchen mit kugelschwarzen Leuchtäuglein. Bei den Nachbarn leben sie in den Buchsbaumblumentöpfen und knabbern an den Wurzelwerken.

Tja, und jetzt gibt es sie im Büro auch noch. Sitzt da ganz verängstigt das Mäuslein in der Ecke und wundert sich über so viele kreischende Langbeiner, ja und auch Langbeinerinnen.

Das ist ein Zeichen: Zumal die nasse Artverwandtschaft unserer kleinen Mausefamilie, die Wasserspitzmaus, Tier des Jahres 2016 ist. 

Jetzt kommt natürlich noch der schlechte Witz: "Wenn man dann wenigsten mehr Mäuse im Geldtascherl hätte ...". Aber Omilein, hab Dich Gott seelig, wir sind lieber steinreich als stinkreich. Deshalb habe ich jetzt auch Geld in eine Lebendfalle investiert, damit das 1. Piratenkind wirklich seinem Traum nachkommen kann, die Tiere gerettet werden und auf dem Feld an der Landschaftskante ausgesetzt werden können. Ich musste mich doch wirklich über die Rechte der kleinen Nager in einem halbstündigen Vortrag aufklären lassen.

Oh Piratenkind, du Mäuseanwalt, wie schön, da folgst du einer Tradition. Ich bin auch als Kind regelmäßig zum Feld. Allerdings hatte Deine Oma nur eine Lebendfalle und 50 weitere Todesfallen. ... Es waren einfach zu viele für einen Garten und ein Haus.




Dienstag, 27. Oktober 2015

Ode an unseren gütigen Griechen!

Ich habe hier schon einmal von meinen "bekannten Fremden" geschrieben. Dieser Post knüpft daran an. Warum? Dazu muss ich etwas ausholen.

Inzwischen sind wir ja mehr als nur in Wimmlingen angekommen. Hier gibt es keine Baumaschinen und Baukräne mehr. Selbst der Straßenbelag ist tipetoppe und alle Dixi-Klos, inklusive dem brennenden, sind inzwischen abgezogen worden. Wir leben in einem fertigen Ortsteil mit voller Infrastruktur. Wenn Wimmlingen im Zeitraffer betrachtet wird, fahren morgens zwischen 7.00-8.00 Uhr aus Tiefgaragen, Carports und den öffentlichen Stellplätzen viele Fahrzeuge - meist mit nur einer Person besetzt hinaus. Radfahrer - zum Großteil im Alter von 10-20 Jahren, kreuzen und queren hier die Straßen. Um 7.45 Uhr drängen sich mit Schulranzen bepackte Knilchinnen und Knilche Richtung Osten. Dann ist Pause. 
Um spätestens 9.00 Uhr beginnt das Gehetze mit den Kleinsten Richtung Kita 1 und Kita 2. Währendessen vollführen die Meisen voller Freude ihr Frühstückgezwitscher in den Zweigen von Büschen und Bäumen. Ab und an sind Gassi-Geher am Wegesrand gebückt oder stehend zu sehen. 
Ja und dann ... dann wird es spannend. Denn dann fahren die weißen, braunen und gelben Lieferwägen vor. Halten rückwärts, vorwärts rücksichtlos schräg über oder gleich auf dem Trottoir. Die BriefträgerInnen schieben sich quer durch die Straßen. 
Und zu dieser Gilde, der Päckchen-Brief-Zusteller gehört er - der gütige Grieche.

Anfangs war es einfach immer ein nettes: Hallo - Danke - Auf Wiedersehen! Inzwischen weiß ich, wann er in die Heimat fährt, die auch wir gerne bereisen. Wie es seiner Frau, seiner Schwester und ihm selbst so geht. Die Piratenkinder freuen sich, wenn er vor der Tür steht. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich eine weitere griechische Vokabel von ihm erlerne. Er ist ein unaufdringlicher netter fremder Bekannter. Er bietet Hilfe an, wenn es etwas zu schleppen gibt - er fragt nach dem Mann - mit dem er gerne über die Politiker der Wiege Europas diskutiert. Er erkundigt sich nach den Kindern, teilt einem die Sorgen über die desolate Situation seines Heimatland mit, berät bei der Urlaubsvorbereitung. Als sein Vater starb, druften wir ihn trösten. Er gehört hierher, obwohl er doch hier nur zufällig arbeitet. 

Doch weiß auch er sehr viel über uns - schließlich bringt er hier alle Bestellungs-, Geburstagspost und Überraschungspäckchen ins Haus - an alle 5 Piraten!!!

Die letzten Tage hatte er Urlaub: "Μέχρι την Τρίτη, είμαι άρρωστος και φεύγω για τέσσερις ημέρες - το Σάββατο και την Κυριακή." Wir wussten drum, machen uns Sorgen und zugleich war Wimmlingen anonymer. Ja, der Aushilfskollege ist nett, fährt noch sanfter an und ab - aber er ist nicht einmal ein bekannter Fremder.

Ein herzliches Dank Ihnen an dieser Stelle!

Silke



Montag, 22. Dezember 2014

Eingeschränkte intertemporale Entscheidung: Ludwigsburger Impressionen 2015

Per Definition bietet die intertemporale Entscheidung die Möglichkeit, zu entscheiden, wann man will. Das bedeutet im "im hierundjetzt" oder in der Zukunft entscheiden  - Wahlfreiheit auf voller Ebene, auch in der Zeitschiene.

Ganz so komfortabel kann ich Euch die Entscheidung des Jahres 2015 leider nicht gestalten: Ja, Ihr habt wieder die Auswahl zwischen mehreren Objekten! Ja, es ist in der nahen Zukunft möglich, zu entscheiden. Aber, nein, es ist eingeschränkt: Ihr habt nun bis Freitag, den 27.12.2014 wieder Zeit, hier am Rand des Blogeintrages für ein Motiv der Ludwigsburger Impressionen 2015 Eure Stimme abzugeben.  

Die Piratenfamilie fiebert natürlich wie immer mit und freut sich über Eure rege Teilnahme. Und hier kommt die Auswahl:


Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Nr. 4

Nr. 5

Nr. 6

Nr.7

Nr.8

Montag, 23. Juni 2014

"Wenn-dann-Gefühl" mit Abendhimmel


Wenn, dann - ja, was?

Wimmlingen lebt! Laut, leise, mit Bienensummen und Piratenkindermurren. Tief einatmen, tief genießen ... jetzt - es verändert sich alles von Tag zu Tag, schleichend und in einem Jahr war alles mal wieder ganz schnell vorbei.

Es ist Bettgehzeit - späte Bettgezeit nach zwei Wochen Ferien. Mütter bringen Kinder zu Bett, während die Bienen noch in den Linden summen. Nicht leise, nein ganz gANZ LAUT.  Die Bienen - ja und auch die Kinder. Summen, Greinen, Geschrei, Gezeter.
Die Nachbarstochter hat morgen ihre Buchpräsentation. Das reizt den Bruder noch einmal zum Necken. Die Reaktion ist vehement: Wenn Du das NOCHMAL SAGST ...

Ja, wenn, dann. Eltern sagen es zu Kindern. Kinder sagen es zueinander ...
Eigentlich sollte Ruhe einkehren ... gleich ist es soweit. Neben dem Klappern der Tastatur, klappernde Töpfe, die ihren Weg in die Spülmaschine suchen. Rollos fahren automatisch in Position. Wäscheklammern fallen in den Klammernkorb. Es ist so ein Plastikgeräusch. Und immer summen die Bienen weiter. Auch wenn der Sprenkler die Wiese begiest.

Sonores Gebrummel von den Heimkehrern nach der Arbeit, die Reste verspeisen und eigentlich gar nicht mehr wissen wollen, wer wen was wann ... Wenn, dann!

Wir könnten Hecken zwischen uns haben, wie es anständige Reihenhäuser pflegen zu haben ... aber haben wir nicht. Wenn wir Hecken hätten, dann hätten wir dumpfe Anonymität, dumpferes Brummeln, dumpferes Gezeter. Wenn ... dann. Dumpferes Summen?
Hier in Wimmlingen aber nicht. Wir lieben die Weite, ohne Hecken und Gestrüpp - Haus an Haus.
Einen schönen Abend Euch - ohne "wennundaber" aber mit "wenn-danns"

Silke

PS.: Und hier natürlich noch das passende Lied zum wenn-dann-Post und zum Thema Bienen.



Freitag, 14. März 2014

Bekannte Fremde!

Am Montag, am Mittwoch, gestern: Man trifft sie immer wieder, man scheint sie zu kennen, weil man weiß was sie kaufen. Doch eigentlich sind es Fremde: Die Frau mit dem grauen, gepflegten Haar - der Herr mit den nackten Füßen in den Sportschuhen und der ausgebeulten Bundfaltenhose. Ich treffe Sie immer wieder beim Einkaufen. Man lächelt sich zu, ... man tauscht Worte wie "Darf ich mal eben ...!" oder "Ups, das ist mein Wagen ...". Man weiß, wie sie verschmitzt lächeln können, wie sie sich kratzen, wenn sie nachdenken, bevor sie Suppentüten aus dem Regal kramen. Sie mag eher Obst und Schnapspralinen - er steht auf besagte Tütchensuppen, Toas und Frischkäse mit Sixpack. Wen ich meine? Ich nenne Sie "Meine bekannten Fremden".  
In meiner Heimat gab es sie. In meiner Studienstadt gab es sie. Und im Hier und Jetzt gibt es sie auch. Aber was ist aus der alten Dame geworden, die immer mit Ihrem Stock und ihrer roten Stofftasche zum gleichen Obsthändler ging wie ich? Was ist aus dem Herren mit dem grauen Pudel ohne Benehmen geworden? ... Ich muss mir die Geschichten selbst ausdenken.
Wir sind immer wieder weggezogen, wir haben aufs Neue das Setting getauscht und inzwischen wieder ein uns bekanntes Umfeld. Die Einkaufsgewohnhheiten haben sich an Wimmlingen angepasst und statt eines stets etwas muffeligen Briefträgers haben wir alternierend eine rauchende, hektische schwarzhaarige und eine recht blond coole Briefträgerin. Manchmal fehlt einem der Muffel.
Und wann wird aus bekannten Fremden weitläufige Bekannte? Manchmal sind die Grenzen fließend. Ich glaube zum Beispiel, dass mich die Dame mit den grauen, gepflegten Haaren inzwischen auch schon ganz gut kennt. Ich bin die mit den roten Schlappen und dem immer überfüllten Einkaufswagen, die nie Klopapier vergisst. 

Euch ein schönes Wochenende und einen schönen Einkauf morgen!

Silke


Wir haben hier zwar nicht Tante Emma, aber so in der Art ...


Montag, 2. Dezember 2013

Partizipation, die zweite

Alle Jahre wieder muss die Piratenfamilie Ihre Ludwigsburger Impressionen auswählen, speziell der große Pirat. Da es ihm sehr schwer fällt und er und ich immer noch der Überzeugung sind, dass dies eine Entscheidung mit Transparenz sein sollte folgt hier eine Vorauswahl. Ihr sollt entscheiden und Eurem Lieblingsmotiv Eure Stimme geben. Wie? Hier in der Sidebar wird eine Umfrage geschaltet sein. Wo? Na, mit einem geduldigen Scrollen findet Ihr sie bestimmt. Und auf geht's.

Nr. 1


 Nr. 2


 Nr.3



Nr. 4


Nr. 5



Nr. 6

 


Nr. 7

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Pscht - Pst ...

... hörst Du es? Mach doch mal den Fernseher leiser, schalte doch mal das Radio aus - schick doch mal die Kinder (wahlweise auch gerne den Hund) vor die Tür - und? Jetzt? Hörst du's? Immer noch nicht? Ah, nochmal - probier es noch mal ... immer noch nichts?
Ja, es ist gar nicht so einfach. Eigentlich vermutet man sie zwischen Haarwurzeln und gefühlter Bauchnabelhöhe ... Herznähe ... wen? Na, sie, die inner Ruhe. Ja, genau die. Die suche ich seit ein paar Wochen. Und es ist in unserer Gesellschaft, in unserer Zeit einfach nur im Alltag richtig schwierig - ganz ohne Yoga und Meditation.

Beim Spazierengehen brummt immer jemand um einen rum - auch abends, da ist in Wimmlingen viel zu viel zu sehen, zu hören, zu riechen als dass man von innerer Ruhe auch nur sprechen könnte. Es bewegt - ja, Wimmlingen und das Leben bewegt. Nix Stillstand, nix Ruhe ... alles im Fluß der Zeit, im Strom des Lebens.

... letztendlich gibt es nur einen Ort ... da habe ich sie gefunden ... von dem erzähle ich das nächste Mal. Und Ihr? Ihr macht jetzt hier mal den Post zu und denkt über Euren Ort der inneren Ruhe nach, oder?

Bis demnächst - alles Liebe

Silke

PS: Diesmal auch kein Song, kein Ohrwurm und kein Pop-up. Dafür ein Gedicht von Dota:

Stille

Zwischen dem was Du sagst, und was ich sage – Stevie Wonder auf Vinyl, und die Nadel in der Rille, Songs in the Key of Life und dazwischen – zwischen zwei Tropfen vom Wasserhahn – zwischen zwei Autos, die unten fahren – es nestelt, es schluckt, es hustet, es seufzt dann – Stille ein leises Räuspern – Stille ich höre einen Hund bellen – Stille während die Worte sich umstellen – Stille während die Hirne verkalken – Stille und nur das Knacken der Balken – Stille verschüttet in der Grube untertage. Stille zwischen dem was Du sagst und was ich sage

Sie ist Dein bester Freund im Erzieherpraktikum, nach der Disco, nach der Demo, nach der trillerpfeifentrillernden Versammlung, in der Einkaufstraße, in der Einflugschneise sehn’ ich mich nach Ihr, dann fällt die Tür zu, es ist leise, sogar sehr leise. Ich atme aus, Unterseeboot, Kirchenschiff. Und es geschehe Dein Wille. Dann: Amen. Dann: Stille.

Sie breitet ihre unsichtbaren Arme nach Dir aus fängt Dich sanft und lässt Dich schlafen und war ganz kurz vor dem Abriss noch im Haus. Sie spannt sich, wenn im Wald Reh und Jäger Blicke tauschen kurz bevor der Schuss knallt. Sie ist voll Rauschen. Leise oder laut rauschende Stille überm Ozean, vorbeirauschend gestörte Stille nachts über der Autobahn. Steig einfach nachts mal aus an der A4 und lass sie weiterfahren. Im Nordmeer weht sie knirschend über eingefrorene Eisbrecher auf dem stillgelegten Truppenübungsplatz im Lautsprecher sanft liegt sie überm sommerlichen Tal, nur hin und wieder ein Grille Ansonsten.

Stille nach dem Hörsturz, Stille nach dem Stromausfall Stille nach dem Furzkissen. Stille vor dem Urknall. Stille in den Plattenbauten, wo keiner mehr wohnt. und in der Wüste. und auf dem Mond. Stille vorm Gewitter, jeder Vogel hält den Schnabel. Und unter der Erde außen um die Telefonkabel Schon vor den Dinosauriern und vor jeder Bazille Strich sie um die Erde und zeigte ihre Größe Stille.

Füßescharrend, federkratzend schwitzt sie mit im Prüfungsraum Sitzt sie im Versteck mit Dir. Auf einem Ast im Baum Händeringend schaut sie bang vom Telefon zur Uhr hoffend und besorgt steht sie mit Dir auf dem Klinikflur. Und nach dem unpassenden Spruch, dem ziemlich dummen. Stille im Hörer – allenfalls ein leises Summen

Sie war im Hintergrund immer schon vorhanden, man bemerkt sie kaum. Ewig wird sie herrschen. Sie alleine füllt Weltraum. Stille. Herrschst Du auch, wenn keiner da ist, der Dich hört? Die Große Majestät, leicht zu entmachten, schnell zerstört, und immer wieder neu. Die, deren Wesen jeder kennt und immer gleich verschwunden, wenn jemand ihren Namen nennt. Und der Gewinner ist … Stille … Dann Applaus. Stille nach Dir sehn ich mich, bei Dir kenn ich mich aus Und ruhe mich, erquickst mich, wenn ich meinen Durst nach Dir Stille.

– den Moment hier auszudehnen, wirst gewaltig und gestaltig als Prophetin Deiner selbst ein Nichts verhallt. Ich halte es kaum aus. Und dann fühlt es sich so an, als ob der Kopf implodiert. Die Stille wird Tyrann. Es bleibt ein Vakuum. keine Luft, kein Schall, Stille – ein Moment im freien Fall. Sie saugt jeden Gedanke ab, verdammt, ich brauch Musik! Stille. Nach dem Schuss und nach dem Atomkrieg in fünfzehntausend Jahren wahrscheinlich Stille überall. aber jetzt eben Musik! Entschuldige den Überfall … es war ja nur ’ne Frage. Stille. Zwischen dem was Du sagst und was ich sage.

Sonntag, 14. Juli 2013

Erntezeit


Im Herbst letzen Jahres durfte ich an einem Seminar zum Training von Moderationsmethoden teilnehmen. Wichtig war hierbei immer der Harvest: die Ernte. Sprich, was bekomme ich aus den Leuten heraus bezüglich der Knackpunkte, die diskutiert werden.

Mein Harvest der letzten Wochen ist extrem überfällig. Die Zeit ist wieder reif für ein "LEBENSWERT". Die Ereignisse der letzen Wochen waren gigantisch ... Seitdem der Alltag nach dem Urlaub wieder angebrochen war, hat der eine Event der anderen Veranstaltung die Hand gereicht und dabei ist enorm viel wieder passiert.





Deshalb erfolgt mein Lebenswert wieder stichpunktartig - als Liste, die aber nur einen Auszug aus vielen tausenden Lebenswerts darstellt.

Die letzten Wochen waren lebenswert, weil: 

  1. Leo es geschafft hat, wieder gesund zu werden,
  2. wir viele Freunde gesehen haben, die wir sonst eher selten sehen,
  3. trotzdem Zeit war, um Wasserspiele mit den Kindern zu spielen (auch wenn es weh tat ...),
  4. es lange, ganz lange Terrassenabende gibt,
  5. es lange, ganz lange Terrassenmorgende am Wochenende gibt,
  6. sich Piraten aller Größen so doll freuen können,
  7. die nächsten Ferien vor der Tür stehen,
  8. ich zur Zeit Feen-Lieder sammle (Dota, ZaZ, wer kennt noch mehr?)
  9. ich viele interessante Leute kennenlernen durfte, privat, beruflich - halbprivatberuflich
  10. ich mich auf die kommende Woche, auf eine tolle Aktion freue (wäre prima, wenn Ihr mitmacht.)
Ich wünsche Euch eine lebenswerte Zeit ...

Bis bald - Silke

Freitag, 21. Juni 2013

Schnecken checken!

Kennt Ihr noch das Spiel Moorhuhn jagen? Also, ich jage ja keine doof gackernden Mohrhühner über eine Farm und knalle sie wahllos ab ... aber das Suchtpotential meiner derzeitigen allabendlichen Betätigung ist vergleichbar: Mein Spiel heißt Schnecken checken. Es handelt sich hierbei um ein Freizeitspiel ohne PC, das im Handel nicht käuflich erwerblich ist. 
So wie andere gerne Boccia oder Ferderball im Garten spielen, streife ich mir voller Frust-Lust Einweghandschuhe über, packe eine handelsübliche Müll- oder Vespertüte und los geht's. (Ohne diese Sonderausrüstung könnte man stundenlang seine Hände waschen - ohne Erfolg!)
Erst geht man auf die Pirsch - sucht die üblichen Stellen ab: Schnittlauch, Oregano, Bärlauch, Erdbeeren, Frühblüher ... dann wird es komplexer, man muss durch den Garten kriechen, so wie das Objekt der Begierde ... man begiebt sich auf das selbe Niveau und späht mit Adleraugen sie aus. Ihr könnt Euch überhaupt nicht vorstellen, welch buntes Treiben oberhalb der Grasnarbe in der Abteilung Schnecke so geboten wird. Die Suche wird zur Zeit täglich im Überfluß belohnt. Von klitzeklein, schwarz oder weiß, mit Kräusel-Haus oder ohne Nicht-Kräusel-Haus, im Tigerlook oder durchsichtig - es gibt sie in rauhen Mengen. Sie fressen sich selektiv durch unsere Gärten und machen gerne die Lieblingsblümchen und Kräuter dem Erdboden gleich.
Und hier kommt jetzt das große Können zum Einsatz: Mit diesen Gummihandschuhen, die glibbrigen Dinger zu packen und sie, ohne sie zu verlieren, oder eine unzertrennbare Gemeinschaft mit ihnen einzugehen, diese in den Beutel zu stopfen. Sieger ist, wer in der Nachbarschaft, die meisten Glibberdinger gefangen hat. Ja, schließlich ist dieses Spiel ein Gesellschaftsspiel und wir hängen mit unseren Nasen alle hier im Gebüsch oder unter den Hecken - immer auf der Suche nach der besten Quote.
Ich würde mal sagen, mein Handicap kann sich sehen lassen: 50-100 Schnecken pro Abend!

Es gibt auch Spielvarianten mit anderen Hilfsmitteln: Statt der Einweghandschuhe bedienen sich manche dem Salzstreuer oder der Gartenschere. Für diese Disziplin bin ich zu feige - ich gebe es zu. Lieber nicht wissen, was der Müllentsorger mit meiner täglichen Ration an Schnecken so anstellt.
Frage ist nur: Gehören die Schnecken in den Rund- oder in den Flachmüll?Was mein Ihr?

Und was macht Ihr an so lauen Sommerabenden?
Ich muss jetzt mal los, neue Handschuhe besorgen und mich noch mental auf meinen Einsatz heute Abend vorbereiten ...

Alles Liebe - Silke



Montag, 11. Februar 2013

Ob er eine Sitzheizung hat?

Über den Wolken, soll laut einem sehr eingängigen Lied, die Freiheit grenzenlos sein. Wenn ich den Mann über uns beobachte, ist er eher beklemmenden Verhältnissen ausgesetzt: Ein unabgeschlossener Käfig in schwindelerregender Höhe, so meine kurze Einschätzung. Aber ich kann mich ja auch irren.
Und im Gegensatz zu den schönen Bildern über Engelchen auf Wölkchen hat er auch keine weißen Walhala-Gewänder an. Nein, er trägt mit Vorliebe Beinkleider von Adidas in Grau. Ob es die Variante in Fleece ist, hoffe ich für ihn. Denn bei den derzeitigen Temperaturen ist es sicher nicht angenehm, dort oben in einer Blechkiste zu sitzen. Zudem hat er ein gemütlich warm anmutendes Kapuzenshirt an - auch grau, mit Neonjäckchen kombiniert, der besseren Wahrnehmung wegen. Bei uns ist er mehr als wahrgenommen worden: "Sieht so der liebe Gott aus?", hat sich meine Piratentochter gefragt, als sie beobachtete, als er morgens wieder einmal in die Höhen kletterte. Hm, ich erklärte ihr, dass der Herr zumindest der Herrscher über den Baukran vis-à-vis sei. Beleg dafür ist: Es prangt im Vergleich mit besagten Engelchen kein glitzernder Goldstern auf seinem Kopf, sondern ein schnödgelber Bauhelm. "Dann kennt er Gott", stellte die Mini-Piratin fest - felsenfest, das darf man überhaupt nicht anzweifeln. 
Tja, ich hoffe der Bekannte des Lieben-Gottes hat wenigstens Sitzheizung an seinem Freiluftarbeitsplatz. Beim Betrachten des mutigen Kapuzenkletterers, der tagein, tagaus über unseren Köpfen hinweg, Stahlbündel  über Baufelder schongliert und Betontreppenelemente über Tiefgaragen-Fragmente schweben lässt, kommen die verschiedensten Gedanken: Hochachtung! Höhenangst? Beklemmung oder ewige Weite? Einsamkeit? Ewige Dankbarkeit, dass er seinen Beruf beherrscht ... Vielleicht sollte ich ihn einfach mal ansprechen. Ihm signalisieren, dass er hier ein paar Piratenfans hat, die schwer bewundernd ihre Nasen an die Fensterscheiben pressen und Genickstarre in Kauf nehmen, um ihn bei seiner Arbeit zu beobachten - und das gerne stundenlang. Ihr Alltagsheld!

Habt Ihr einen Alltagshelden? Ich finde, da gibt es viele ... nur macht man sich das selten wirklich bewusst. Zeit darüber nachzudenken! 

Ich drücke jetzt meine Nase neben die der Piratentochter an die Scheibe und lass mir die Welt erklären ... bis bald!
Silke





Mittwoch, 26. Dezember 2012

Partizipation ;o)

Nr.1

Nicht nur beruflich auch privat schreiben die Pirateneltern "Partizipation" und "Transparenz" ganz GROSS. Deshalb wollen wir Euch jetzt als Stakeholder in den Entscheidungs- und Willensbildungsprozess über den Jahreskalender 2013 des Piratenpapas aus emanzipatorischen, legitimatorischen oder auch aus Gründen gesteigerter Effektivität heraus einbeziehen. Ich hoffe Ihr seid Euch Eurer Verantwortung bewusst und gebt jetzt Eurem Favoriten hier rechts Eure Stimme!



Nr.2
Nr.3

Nr.4

Nr.5

Nr.6

Nr.7

Montag, 3. Dezember 2012

Wien versa Wimmlingen

Die letzten Wochen war es hier wieder ruhig - hier, in meinem virtuellen Raum des unausgesprochenen, dafür geschriebenen Wortes.

Hier draußen - da im Dunkeln vor meinem Fenster war es keineswegs ruhig. Hier wummert es ab 6.45 Uhr, wenn das Flutlicht den ersten Schein durch meine Scheibe treibt. Wimmlingen macht seinen Namen alle Ehren und bietet Betonmischer, wartet mit Monster-LKWs mit betonmassiven Treppenversatzstücken auf und ... ja und? Und bombastische Baukränen deuten weit außerhalb bereits auf die Wimmelmetropole!
Einer direkt hier - vis à vis. Unser tägliches Leben.

In Wien letzte Woche, auch pulsierendes Leben - nicht so geballte Betonkraft - mehr Jugendstil - dafür auch ein lebendiger Makrokosmos eines Wimmelbuches. Und in diesem Wimmelwien, wo alle immer sagen: "Pass bloß auf Dein Geldbeutel auf" - ja genau da, habe ich mein Geldsackerl wunderbar frei durch die U-Bahn geschleust, am Weihnachtsmarkt spazieren getragen ... und es wurde mir gar nicht versucht, weg zu nehmen.

Zurück in dem schönen schwäbischen Wimmlingen-City, fernab aller Kriminalität musste ich nur in den Tante-Emma-Edeka gehen, um Joghurt zu kaufen - und schon war mein Portemonnaie (mit allem!) aus meiner Tasch entwendet worden. Super - ein Traum vor Weihnachten und der Einkaufszeit. Mann! Ja, gerade der muss mir nun ständig Geld pumpen. Auf diesem Weg schon mal ganz viel Dankeschön - für's Auslösen, für's in den Arm nehmen, für's nicht Aussprechen ob meiner Dummheit, für's ... da sein. Der Fels in meiner Brandung in Wimmlingen-City.

Mein Lebenswert in dieser Woche - eindeutig: Geborgenheit in der Familie. So soll's wohl auch sein in der Vorweihnachtszeit!

Und bei Euch? Habt Ihr ein Lebenswert der Woche? Bestimmt! Freu mich auf Eures!
Bis dahin "Gute Nacht" und "Träumt was Schönes".

Silke