Freitag, 27. Mai 2011

Lebenswert

    
    In dieser Woche gab es viele Erfahrungen - positiver wie auch negativer Art ... wie es
    eben in einer normalen Woche so ist.

   Es gab auch viel "Lebenswertes". So zum Beispiel lohnte es sich zu Leben weil:

     1/2.) Der Baumarkt ;o)
     1.) Die Skyline über Wimmlingen an einem erfrischten sonnigen Abend
     2.) Ich weiß, dass im Sommer Helen wieder zurück kommt
     3.) "Luz Amoi" so unkomplizierte kreative Köpfe sind - nochmals herzlichen Dank!
     4.) der Stoffvertieb in Nordholm so einen angenehmen Telefonservice bietet
     5.) ich nicht mehr so viel kochen muss und Piraten gerne in die Kantine gehen
     6.) noch keiner im Umfeld EHEC beherrbergt und die Hysterie noch nicht
           angekommen ist
     7.) Pflastersteine in verlegter Form wirklich 'was "hermachen"
     8.) doch ab und an ein Gespräch in die Heimat noch in den alltäglichen Wahnsinn
           integrierbar ist
     9.) ich heute den ersten faulen Abend seit Wochen genießen darf
    10.) Ingrid Noll gut schreibt.

    Ich wünsche Euch auch einen schönen Abend - bis bald
    Silke

  PS.: Schlaft gut und träumt 'was Schönes!

Mittwoch, 25. Mai 2011

Der Baumarkt

Hallo - schönen guten Abend! Wer sagt eigentlich, dass Baumärkte nur etwas für Männer und Freakies sind? Hm, also ich bin weder ein Mann, noch ein Freaky ... noch gehe ich in einen Baumarkt, der speziell auf Frauen meines Alters abzielt. Der weder mit Duftölschwaden lockt, noch Schnäppchen im Grogsbereich bietet.

Aber so eine Sammlung an Schrauben ... habt Ihr da schon mal reingegriffen? Wenn man die zarten Riffelkerben in der rauhen Hand hin und her rollen lässt, das hat schon 'was "Haptisches". Ich weiß jetzt nicht, ob mein Herz gleich höher schlägt, oder dergleichen ... doch ich weiß, ich gehe gerne in Baumärkte, schaue mir Animationsfilme übers Silikonieren an und wie man eine Duschtrennwand installiert. Echt, also wenn man das Filmchen so sieht ... hätte ich es vielleicht mal selbst machen sollen, dann hätten wir nicht ein halbes Jahr auf den vom Fachmann eingebauten Duschschutz warten müssen.
Ich finde auch die ganzen Metallwinkel, Akkuschraubsets und Holzbohrer tierisch interessant, ohne Witz. Klar, Ihr werdet sagen, ihr Vater ist ja auch Handwerker im früheren Leben gewesen. - Nö, ich glaube es liegt nicht daran, dass ich bereits sehr früh wusste, wo was im Baumarkt zu finden ist ... aber da wird doch der ureigenste Instinkt "Ich-bastle-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt" in einem geweckt. Oder nicht?
Und wenn dann so ein Bohrmaschinenteil auch noch den Namen "Uneo" trägt - das suggeriert doch eine Einzigartigkeit im Schrauben und Löchergestalten, die mit spielerischer Leichtigkeit wie beim Uno-Spielen gepaart schier nach aktivem Handwerken schreit. Da wirkt Sockenstopfen, Wäschebügeln und Mahlzeitenzubereiten hingegen echt wesentlich komplexer.

Also, falls Ihr mal im Baumarkt neben einer Frau steht, die entzückt einen Black&Decker Bandschleifer in der Hand wiegt ...

Also bis bald im Baumarkt - alles Liebe

Silke

Montag, 23. Mai 2011

Doch rund und schön

Kennt Ihr das - von Euch selbst oder Euren Kindern oder ... das typische Bettritual - jedes Piratenkind hat bei uns ein eigenes Ritual - Der "GROßE" kuschelt gerne und bekommt vorgelesen, hört CD - Nummer zwei schläft am liebsten mit dem Papa ein (wer allerdings zu erst einschläft ist nicht das Piratenkind). Tja, und Nummer drei kann am Abend wegen der starken Müdigkeit keiner Geschichte mehr folgen und braucht ein Gute-Nacht-Lied nach dem "Nase-Nase". Ja, und da kommt mein Lieblingsschlaflied zum Einsatz (die Länge ist einfach bestechend schön und lässt das Piratenkind wirklich meist zur siebenten Strophe in den Schlaf rüberdämmern - beim finale furioso auch gerne mit Schlafsprung). Dieses Lied spiegelt so viel wieder - es beschäftigt mich danach oft stundenlang. Die Strophe drei zum Beispiel, da hat sich Herr Claudius echt was bei gedacht -
 
Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

All das was wir nicht sehen - nicht real fassen können, ist doch ein Fremdkörper in unserem Leben und erst einmal suspekt. Je näher man rückt, je mehr man es fühlt, um so existenter darf es sein. Vieles wollen wir überhaupt nicht fassen.


Es gibt derzeit viel in meinem Leben, das ich lerne, erfahre, ertaste, in dessen Nähe ich komme - das hätte ich mir früher nie so vorgestellt. Und jetzt - jetzt soll es Alltag sein, jetzt ist es real fühlbar und extrem menschlich. Wohl nicht zu belachen und keineswegs nicht faßbar.

Manch einem erging es so in der Aubildung, in einem Job - mit Familie. Mit Neuem, das ursprünglich nur ein Traum war - einst unerreichbar weit weg oder zeitlich so fern.

Mein Leben ist von der Schnelligkeit ein Leben auf der permanenten Überholspur; das, das mich Dimensionen erahnen lässt, die weit weg waren ... und es ist doch rund und schön. Es erfüllt mich - so wie es ist - mit Abendritualen, frechen Piratenkindern und Riesenalltagsprogramm. Ich weiß, es wird einmal wieder anders kommen, familiär - beruflich und kräftetechnisch. Elfriede, Du hast vollkommen Recht: Carpe diem ... toujours.

In diesem Sinne - eine gute ereignisreiche Nacht - träumt 'was Schönens.

Silke