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Mittwoch, 9. März 2016

Taschenwort vergessen?

Quelle: pixabay.com
Vor Jahren, genau genommen vor sechs, habe ich noch an anderer Stelle von der Geheimwaffe Taschenwort berichtet. Und bisher klappte es eigentlich immer ganz gut ein Taschenwort in der Hand-, in der Hosen- oder Jackentasche dabei zu haben. Sogar die Organisation des Kalenders, bespickt mit Taschenworten für den Ernstfall habe ich in den Griff bekommen und meist dabei. 


Kursteilnehmern rate ich oft, sich die schönsten Wörter und Sätze zu notieren, wirklich echt auf Karteikarten und sie zu nutzen... tja, und selbst ... ich hatte doch tatsächlich die Falschen eingepackt.

Die Situation war wirklich obskur. Ein Elterngespräch für den Piratensohn stand an, ausgerechnet in dem extrem geliebtesten Sprachfach ... Dem jungen Mann fehlen auch regelmäßig die Worte ... Sohnemann hat nämlich leider das mit den Taschenworten noch nicht verinnerlicht. Weder auf Deutsch, noch in sonst einer Sprache. Er trägt ja auch vornehmlich einen Rucksack. 

Als Regimentsleiterin von drei Piraten weiß man so langsam, wie der Einstiegs-Small-Talk geht, wie man fachmännisch den benannten Kalender zückt und sich mit "hmhm" nonverbal bestätigend das Wichtigste mit aufmerksamen Blick notiert. Meist wird man dann nach der eigenen Einschätzung gefragt. Das bekomme ich erwartungsgemäß diplomatisch - dank des Kalenderwerkes -relativ gut hin und dann einigt man sich auf gemeinsame Ziele. 

Kommunikation ist immer ein Drahtseilakt, dessen bin ich mir mehr als bewußt. Es gibt Jobs da braucht man viel von und es gibt welche, da braucht man wenig. Also im Bereich PR braucht man reichlich davon, und das nötige Fingerspitzengefühl schadet sowieso nicht. Und als Lehrer? Ich dachte eigentlich in diesem Berufsbild ebenso. Aber das, was ich da erlebt habe, übertrifft meine Selbsterfahrungen mit mir und meinen Kindern doch enorm.

Da saß ich mit gezücktem Kalender. Schon der Small-Talk zum "Warming-up" war gekrampft und fühlte sich eher kalt an. Die Taschenwörter flutschten nicht, das Zauberwort war nicht dabei. Schweigen, Stille, betretene Blicke mit Floskeln, "Ja, hmh, ich weiß nicht" ... "hmh, da keine Ahnung" ... "Sagen Sie mir, was wir machen sollen?". Ähm, ohhhhhk - das waren nicht meine Sätze und Fragen. - Wir versuchen es standartisiert - ich strukturiere meine Einschätzung. Dann eben mal andersrum: Das  Schriftbild, Anteilnahme am Unterricht (oder soll ich lieber Durchzug sagen) und Vorbreitung. Das waren Stichpunkte die nur mit bestätigendem Nicken-"hmhs" erzielten und erneutes Schulterzucken bewirkten.
Da war ich doch baff erstaunt. Vor mir saß ein junger Herr, der Häkchen auf einer Namenslist nachmalte, von all denen, die vor mir bereits das Vergnügen hatten. Blickkontakt war durch dieses intensive Häkchenkonzentrationsmandala auch nicht wirklich möglich. Er hatte keinen Rat für mich dabei, ich fragte offen - nenne selbst die Beispiele und ... nichts. Muss ich nun die Taschenworte für andere auch noch einpacken? Reicht es nicht schon, dass ich meine notdürftig zusammenklapüster? Hey, wozu die Farce? Ich habe es ihm nicht entgegengeschleudert, obwohl diese Fragen in der Taschennaht brannten - ich behielt wieder einmal Countenance, obwohl ich schreien wollte. Diese peinlichen terminierten zehn Minuten, mühevoll zu Hauf für drei Jahrgangsstufen (fünfzügig!) von einem Sekretariat organisiert, die weder Eltern noch Lehrer Spaß machen, waren glücklicherweise nach sechs Minuten vorüber.

Dem Himmel sei Dank, dass danach ein Highlight an Kommunikation mit der Deutschlehrerin auf dem Programm stand. Puh, sonst würde ich wirklich zweifeln.
Bevor ich das nächste Mal die oben benannte Sprachfachschaft wieder besuche, frage ich bei Euch nach passenden Taschenwörtern? Vielleicht habt Ihr ja die richtigen für mich? Eine Auswahl würde ich bereits jetzt schon dankend annehmen.

Liebe Grüße und bis bald
Silke



PS: Übrigens gibt es auch Lieder zu fehlenden Taschenworten ... allerdings in anderem Kontext - wie zum Beispiel:

 





Montag, 12. Januar 2015

Ratlos im Ratgeberwald: Lernen lernen

Wir sind mitten drinnen. Piratenkind 1 schreibt in dieser Woche 2 Klausuren und kommende Woche eine. An sich ja nicht schlecht, so nach den Ferien, ganz frisch, wieder in medias res. Doch leider wollte das Piratenkind die Ferien zum Erholen nutzen und den minimalen Lernaufwand betreiben. Und ehrlich, der Rest der Familie war auch nicht traurig darüber, konnte man doch auch mal wieder Ausflüge machen, ausschlafen, spielen, in den Tag bummeln - und das alle 5 Piraten am Stück.

Deshalb unterstützt die Piratenmutter nun auch fleissig das lernende Kind, das weiterhin so gar keine Lust auf Lernen hat. Sie fragt aus, sie überprüft, sie coached an allen Ecken und Enden - sie googled nach Tests, sie gibt die von den Pädagogen angegebenen Links zu den Lernseiten bei ihrem Internetsucher ein und downloaded, dass der Rechner streikt. Es wird bis zur Ermüdung getippt, während verbissen gebüffelt wird. Alltag an deutschen Küchentischen - und das potenziert sich mit steigender Kinderzahl.

Es ist ein Markt, der Markt des Wissens: Nicht nur in Buchform, sondern auch als Reader, CD, Worddokument, PDF und und und kann man alles erwerben. Es gibt Portale, da handeln Eltern untereinander mit Klassenarbeiten. Unglaublich!

Man kommt in Versuchung - man denkt darüber nach, Bücher zu kaufen, in denen aufgezeigt wird, wie lernen gelernt wird. Aber wann, will er denn lernen zu lernen, wenn er so schon keine Zeit und Lust hat. In manchen Schulsystemen gibt es ein Fach, das heißt sogar "Lernen lernen". Den Kurs würde ich als "Trotzdem-Nicht-Helikopter-Mutter" für Piratenkind 1 sofort buchen. Aber diese Chance hat er an seiner Schule nicht.

Dann vielleicht doch das Buch meines Sandkastenfreundes kaufen? Er versucht Kindern zu zeigen, dass man durch positive Eselsbrücken besser lernen kann, durch emotionale Bilder, Wissen zu fixieren. Ich sollte mir ernsthaft Zeit dafür nehmen und mich damit auseinander setzen.

Doch ich biete zur Zeit emotional kein gutes Bild - eine grübelnd tippende Piratenmutter, die dem Kind gerade eine Sortierphase gönnt.

Und in zwei Wochen haben wir dann Zeit zum Singen:



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Mittwoch, 5. November 2014

Ambivalenz des Schreibens


 ... seit August prodelt es wieder ... zeichnete es sich doch ab, dass wieder mehr Zeit zum Schreiben im Alltag zu bekommen ist. Doch das quietschfidele Monster Alltag kostet sich selbst voll aus. Die "freien" Tage für Schreiben und Nähen, werden zu schnell umgewidmet: In Wochen für die geliebten Piraten, in Wochenenden mit Freunden und Piraten-Freunden, in Tage für arme kranke Piraten, Stunden für kaputte Autos und endlos anmutende, ergebnislose Baugruppensitzungen, Minuten für den üblichen Sysiphos-Haushalt, Sekunden für den Garten, Microsekunden für Fahrrad- oder wahlweise  Gardinenschienenreperaturen, sprich für das schöne bunte Leben, ... und wenige, sozusagen Mini-Zeiteinheiten bleiben für das gewollte, lustvolle, im Kopf schon umtriebig schwirrende Schreiben - Kreativsein.
Es reicht dann gerade mal für die sozialen Netzwerke - meist nicht mal mehr für diesen Blog.

Vielleicht muss man über sieben Brücken gehen, um endlich das machen zu dürfen, was einem Spaß macht? Vielleicht muss man erst schreckliche sieben Mahlzeiten zubereiten und einnehmen (inklusive Spülmaschine-Ein/Ausräumen), um die fröhlich kreativen Minuten in Worte fassen zu dürfen? Das Sams und Herr Taschenbier mussten schließlich auch für den Gewinn neuer Wunschpunkte und Freiheiten bei Vollmond das Hausdach erklimmen um zur richtigen Zeit "GATSMAS" zu rufen.

Und, hat man es geschafft, sich mit Wunschpunkten die Zeit zum Schreiben freizuschaufeln, dann...  - ja, was? Was dann? Ja, dann schreibt man über alte, schäbige sieben Brücken, über ungenießbare Mahlzeiten oder unsäglich langatmige Besprechungen mit der Baugruppe über Paragraphen; in Worten, die man vorsichtig ausgewählt, aufgehübscht, fast zärtlich zu Papier (ja wäre es denn Papier) bringt bzw. in den PC hackt - wie eine Beklobte.

Das erinnert an die Thesen von Manfred Lütz, Autor des Buches "Irre! Wir behandeln die Falschen! Unser Problem sind die Normalen".
 
Euch einen schönen normalen Abend.
Silke



Montag, 26. August 2013

Malware und andere Schikanen

Stille - erzwungen. Ist gar nicht aufgefallen - ist ja auch Urlaubszeit. Ja, ich habe auch Urlaub, aber deshalb nichts schreiben? Ganz, ganz untypisch - wer mich kennt, weiß, dass dies schier nicht möglich ist *Augenrollen, die muss doch immer Ihren Senf zu allem abgegeben* Ja, still sein, kann ich eigentlich gar nicht, nur wenn ich alleine bin in träumen darf ... aber so im Hamsterrad des Lebens ... nein schier unmöglich.

Ja, aber ich durfte die freie Zeit nicht zum Schreiben oder Quasseln nutzen, nein ... eher fleissig recherchieren, rumschieben, löschen, uploaden, downlooaden und und und was das Zeug hält, um einen Schnellkursus in Malware zu machen. Jetzt habe ich mich mit Antivirenprogrammen, Internetsecurity und Firewalls sehr intensiv auseinandergesetzt. Und bin ich schlauer?

Ja, ich habe keinen Wurm, kein trojanisches Pferd und nix gefunden ... und trotzdem habe ich bei jemandem einen Fehleralarm ausgelöst. Das ist echt super, vor allem, wenn man so viel Ahnung und Nichtwissen im Bereich PC-Pflege mit sich bringt wie ich. Und was war es jetzt? Kein Virus ... kein wie auch immer die Dinger heißen???

Ach Omilein, Du hattest so Recht: Die Welt ist schlecht, aber man soll's sich das Leben nicht schlecht reden lassen und dabei auch noch sich einfach selbst treu bleiben. Hast Du es je geschafft? Ich versuche es!

Also, werde ich jetzt als Ahnungslose gesichert bis unter die Haarwurzeln gegen alle Viren und Konsorten antreten und weiter im www mit meinen Piraten mein Unwesen treiben - frei Schnauze, wie es mit gefällt und immer auf der Hut, ganz nach dem Motto:
"Ich hab’ Sehnsucht nach einem Stück Wahrhaftigkeit,
Nach ‘nem bißchen Rückgrat in dieser verkrümmten Zeit."
Ach übrigens ... habt Ihr auch schon die Wahlunterlagen bekommen? 

Gute Nacht - Silke


Donnerstag, 4. April 2013

Tagg und Text

Endlich komme ich dazu, die Aktion Taggs und Text mitzumachen. Martina hat mich in ihrem Blog dazu aufgefordert. Ziel der Aktion ist es, die Menschen hinter den Blogs kennenzulernen und die Regeln sind folgende:
  • schreibe 11 Dinge über dich
  • beantworte 11 Fragen, die dein Tagger gestellt hat
  • überlege dir selber 11 Fragen, die du stellen möchtest
  • suche dir 11 Blogs, die du taggen möchtest (wenn möglich unter 200 Leser)
  • zurücktaggen ist nicht erlaubt
  • setze bitte den Link von deinem Beitrag unten ins Kommentarfeld. 
Also erst einmal 11 Dinge über mich

Ich
  1. bin pragmatisch
  2. mit Leidenschaft optimistisch
  3. manchmal auch sarkastisch - aber ist so ein schönes Wort
  4. voller Hochachtung und Respekt gegenüber der Natur
  5. predige gerne die Toleranz
  6. liebe das Leben
  7. hasse Chaos
  8. brauche Struktur, die man auch mal durchbrechen kann
  9. freue mich über vieles und kleine Wunder, die andere als Kleinigkeiten abtun,
  10. genieße Sprache
  11. sterbe für meine Familie
(12. und verabscheu die oftmalige Benutzung des klassischen Personalpronomen 1.Person Singular, Nominativ.)



Zu Martinas Fragen:

1.Wie kommst es das du bloggst? - Schreiben und erzählen ist mein Metier
2. Bloggen deine freunde auch und lesen sie was du schreibst? Manche!
3. Was bewegt dich einen neuen Post zu schreiben? Das Leben, erlebte Situationen, die Denkprozesse anstossen ... die wiederum raus müssen
4. Wieoft postet du? Immer dann!
5. Ist es dir wichtig wieviele Follower du hast, kontrollierts du das? Ehrlich - Statistiken reizen jeden Menschen in der PR
6 Schreibst du oft Kommentare? Wenn ja warum? Nur wenns raus muss
7. Was würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen? Meine Familie, dann wärs aber nicht mehr einsam!
8. Könnstest du ohne deinn Blog leben? Ja ... dann bräuchte ich aber sicher mehr Papier
9. Hat sich dein leben geändert seit du Bloggst? Mhm, ich brauche nur weniger Papier
10. Dein erster Blog den du jemals gelesen hast? Einen Blog auf Brigitte.de, den gibt es aber in der Form nicht mehr
11. Gibt es Blogs die du nicht mehr liest und warum? nö ... 


Meine 11 Fragen:

1. Was gibt Dir das Bloggen?
2. Was isst Du am Liebsten?
3. Kannst Du über Essen schreiben und bekommst keinen Hunger? Sei ehrlich!
4. Wie waren die letzten 10 Jahre: in einem Wort?
5. Was sollen die kommenden 10 Jahre bringen: in einem Wort?
6 Was liest Du, wenn Du keine Blogs liest?
7. Wer ist Dein wichtigster Kritiker und warum?
8. Könnstest du ohne deinen Blog leben?
9. Welcher wärst Du gerne, wenn Du Politiker sein könntest?
10. Gibt es Situationen, die Du ganz furchtbar findest? Beschreibe Sie!
11. Wenn Du ein Lied mit diesem Blogeintrag verbindest, welches wäre es? Blogge es bitte gleich nach deinen Antworten.

Jetzt seid Ihr 6 gefragt ... 11 müssen nicht sein!


Helen Silbermann - Standpünktchen
Marc-Oliver Bischoff - dem Schreibix sein Blog
Vegayn.

maviefrallemande
oekoalltag.de und noch hohlart.de (übrigens viel Glück mit dem neuen Laden)